Schwager, P., Fladenhofer, L., Clark, A. T., Mayrhofer, H., Cseh, D. & Berg, Ch. 2024. Bryophyte and lichen diversity of Austrian alpine grassland ecosystems and the implications of climate change. – Herzogia 37: 246 – 269.
Bryophytes and lichens, despite their contrasting ecological requirements, often coexist in alpine grassland habitats. Bryophytes favor cool, shaded, and moist conditions, while lichens prefer light and dry environments. Understanding their response to changing environmental factors offers insights into the impacts of climate change on vegetation. In our study, cryptogams were identified as significant components of alpine grasslands, with their proportions varying across plant communities. Canonical Correspondence Analysis (CCA) revealed that altitude, vascular plant cover, and temperature and precipitation factors are key in explaining cryptogam species composition. Nutrient availability supports bryophyte diversity, while continentality influences lichen distribution. Additionally, competition with vascular plants might affect cryptogam diversity, particularly for bryophytes, which thrive with lower herb layer cover. Beta-regression analysis confirmed different potential responses of bryophytes and lichens to climate change scenarios (rcp 4.5 and rcp 8.5). While global warming is generally expected to increase oceanity – potentially benefiting bryophytes and harming lichens – our findings suggest a different outcome. Drier summers, wetter winters, and rising temperatures are likely to favor lichens over bryophytes due to reduced humidity stability. Furthermore, only bryophytes may benefit from shifting to north-facing slopes. The rising competition from vascular plants, driven by global warming, could threaten specialized alpine cryptogam species, reducing their diversity and impacting snowbed vegetation.
Schwager, P., Fladenhofer, L., Clark, A. T., Mayrhofer, H., Cseh, D. & Berg, Ch. 2024. Moos- und Flechtendiversität österreichischer alpiner Graslandökosysteme und die Implikationen des Klimawandels. – Herzogia 37: 246 – 269.
Trotz unterschiedlicher ökologischer Anforderungen kommen Moose und Flechten häufig in ähnlichen alpinen Graslandhabitaten vor. Moose bevorzugen kühle, schattige und feuchte Standorte, während Flechten lichte und trockene Bedingungen bevorzugen. Das Verständnis ihrer Reaktionen auf sich verändernde Umweltfaktoren liefert wichtige Einblicke in die Auswirkungen des Klimawandels auf die Vegetation. In unserer Studie wurden Kryptogamen als bedeutende Bestandteile alpiner Graslandökosysteme identifiziert, deren Anteile und Bedeckungen zwischen verschiedenen Pflanzengesellschaften variieren. Die Kanonische Korrespondenzanalyse (CCA) zeigte, dass Höhe, Gefäßpflanzenbedeckung sowie Temperatur- und Niederschlagsfaktoren wichtige Erklärungsfaktoren für die Zusammensetzung der Kryptogamenarten sind. Nährstoffverfügbarkeit fördert die Diversität von Moosen, während Kontinentalität die Verbreitung von Flechten beeinflusst. Darüber hinaus scheint die Konkurrenz mit Gefäßpflanzen die Vielfalt der Kryptogamen zu beeinflussen, insbesondere der Moose, die bei geringerer Krautschichtbedeckung besser gedeihen. Eine Beta-Regression-Analyse bestätigte unterschiedliche potenzielle Reaktionen von Moosen und Flechten auf Klimawandelszenarien (rcp 4.5 und rcp 8.5). Obwohl allgemein erwartet wird, dass die globale Erwärmung zu einer Zunahme der Ozeanität führt – was Moosen zugutekommen und Flechten schaden könnte – deuten unsere Ergebnisse auf ein anderes Szenario hin. Trockene Sommer, feuchtere Winter und steigende Temperaturen dürften Flechten aufgrund der verringerten Feuchtigkeitsstabilität gegenüber Moosen begünstigen. Darüber hinaus könnten nur Moose von einer Verlagerung auf nordexponierte Hänge profitieren. Die zunehmende Konkurrenz durch Gefäßpflanzen, die durch die globale Erwärmung angetrieben wird, könnte spezialisierte alpine Kryptogamenarten gefährden, ihre Vielfalt verringern und die Vegetation der Schneetälchen beeinflussen.